Wachwitzer Perle sucht potenten Liebhaber

Von Genia Bleier



 
 

 

Auf der Münchner Immobilienmesse Expo Real vom 4. bis 6. Oktober wird erstmals Schloss Wachwitz samt Königlicher Villa, Park und Weinberg einem internationalen Publikum zum Kauf angeboten. Wie Volker Kylau vom Sächsischen Immobilien- und Baumanagement (SIB) gegenüber DNN bestätigte, stellt der Staatsbetrieb sein zum Weltkulturerbe Dresdner Elbtal gehörendes Areal am Stand der sächsischen Landeshauptstadt vor. Das soll der Auftakt für die Vermarktung der 27 Hektar großen Immobilie mit königlicher Vergangenheit sein. Die Ausschreibungsunterlagen seien jetzt fertig, so Kylau - fast ein Jahr später als geplant.

Auf der Münchner Immobilienmesse Expo Real vom 4. bis 6. Oktober wird erstmals Schloss Wachwitz samt Königlicher Villa, Park und Weinberg einem internationalen Publikum zum Kauf angeboten. Wie Volker Kylau vom Sächsischen Immobilien- und Baumanagement (SIB) gegenüber DNN bestätigte, stellt der Staatsbetrieb sein zum Weltkulturerbe Dresdner Elbtal gehörendes Areal am Stand der sächsischen Landeshauptstadt vor. Das soll der Auftakt für die Vermarktung der 27 Hektar großen Immobilie mit königlicher Vergangenheit sein. Die Ausschreibungsunterlagen seien jetzt fertig, so Kylau - fast ein Jahr später als geplant.

Bereits Mitte 2003 war das Urteil des Verwaltungsgerichtes Dresden rechtskräftig, dass den Wettinern die Rückgabe ihres früheren Eigentums versagte. Der Freistaat hätte schon handeln können, um dem drohenden Verfall Einhalt zu gebieten. Ende vergangenen Jahres sollte auch ausgeschrieben werden. Die Aktivitäten seien gestoppt worden, verrät Kylau, im Staatsbetrieb für das Finanzvermögen verantwortlich. Der Freistaat habe geprüft, ob sich das Terrain für ein europäisches Eliteinstitut eigne. Erst seit 14 Tagen gebe es wieder grünes Licht zum Verkauf. "Für Bauspekulanten ist das Objekt aber nicht geeignet", so Kylau. Höchstens ein Drittel der Fläche sei als Bauland ausgewiesen. Und über die gesamte Anlage wache der Denkmalschutz.

Dennoch habe es schon Interessenten gegeben, die ab kommender Woche das Exposé erhalten sollen. "Ein Liebhaberstück" nennt Maritta Mutscher, Gruppenleiterin Vermarktung/Vertrieb des SIB, die Anlage am Wachwitzer Hang. Über den Verkaufspreis wollte sich niemand äußern. "Wir werden längerfristig einen Investor suchen", so Mutscher. Das dürfte auch nötig sein, denn der Käufer in spe soll möglichst das komplette Areal erwerben. "Wenn es zerrissen wird, geht das Flair verloren", betont Mutscher.

Nicht zuletzt ist das auch eine Forderung ansässiger Bürger und Vereine. Schon im September 2001 hatte der Ortsverein Loschwitz-Wachwitz e.V. eine Petition an den Finanzminister, an den Landtag sowie an die Stadt Dresden (ein kleiner Teil des Geländes ist kommunales Eigentum) geschickt. Darin wird auf das kulturgeschichtlich und landschaftlich wertvolle Ensemble aufmerksam gemacht, das trotz seines Denkmalstatus' in dramatischer Weise verfalle.

Im März 2003 erneuerten die engagierten Vereinsmitglieder ihre schon früher formulierten Forderungen: 1. Das Areal muss als Einheit erhalten bleiben. 2. Wege in Wald, Park und Weinberg müssen für die Öffentlichkeit zugänglich bleiben. 3. Der Bestandsschutz der Pachtverträge der Winzer muss gewährleistet sein. 4. Die denkmalpflegerische Instandsetzung des Parks und der Gebäude duldet keinen weiteren Aufschub. Auch mit dem SIB stehe man in Kontakt, erklärt Vereinsvorsitzender Otto-R. Wenzel. Versprochen worden sei der freie Zugang zum Rhododendronpark. "Das ist zu wenig. Seit 1918 sind alle Wege im Wachwitzer Höhenpark öffentlich. Und auch zu Königs Zeiten waren sie mit wenigen Ausnahmen zugänglich." Der Loschwitzer Ortsamtsleiter Norbert Zimmermann unterstützt die Forderungen ebenfalls.

Zur Anlage gehören: die Königliche Villa (seit 1997 leer), das Küchenhaus bzw. früher altes Gärtnerhaus (seit 1997 leer), die Weinpresse, die Weinbergskapelle, Schloss Wachwitz (seit 1994 leer) sowie mehrere Wohnhäuser. Die Wettiner, die jahrelang um Restitution bemüht waren, haben das Objekt abgeschrieben. "Ich glaube nicht, dass sich noch jemand aus den Erbengemeinschaften dafür interessiert. Jetzt kann man nur auf einen würdigen Investor hoffen", sagt Alexander Prinz von Sachsen, der designierte Chef des Hauses Wettin.

Morgen lädt das Sächsische Immobilien- und Baumanagement Vertreter des Ortsamtes und der Vereine zum Rundtischgespräch.

 

Dieser Beitrag erschien in den DRESDNER NEUESTEN NACHRICHTEN vom 28. September 2004. Die Veröffentlichung auf diesen Seiten erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.

 

 
 

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